Picassos Dackel Lump – die Geschichte des berühmtesten Dackels der Kunstwelt
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Picassos Dackel Lump gehört zu den bekanntesten Hunden der Kunstgeschichte. Der kleine Kurzhaardackel zog 1957 in die Villa La Californie an der Côte d’Azur ein und wurde schnell zu Picassos engstem tierischen Begleiter. Seine außergewöhnliche Persönlichkeit inspirierte den Künstler zu Zeichnungen, Keramiken und mehreren Werken der berühmten Las-Meninas-Serie. Bis heute gilt Lump als Muse, Freund und eines der bekanntesten Tiermodelle der modernen Kunst.
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Die erste Begegnung von Picasso und Lump im Jahr 1957
Im Frühjahr 1957 reiste der amerikanische Fotograf David Douglas Duncan an die Côte d’Azur, um seinen Freund Pablo Picasso in dessen Villa La Californie bei Cannes zu besuchen. Mit dabei war sein junger Dackel Lump. Schon bei der Ankunft zeigte der neugierige Hund wenig Interesse daran, an Duncans Seite zu bleiben. Stattdessen erkundete er die Villa, das Atelier und die weitläufigen Gärten – und gewann schnell die Aufmerksamkeit des weltberühmten Malers. Picasso schloss den kleinen Hund schnell ins Herz und machte ihn zu seinem ständigen Begleiter.
Der Fotograf beschrieb die Beziehung zwischen Picasso und Lump in seinem Buch: „The Dog Who Ate a Picasso“ als außergewöhnlich eng.
Wie hieß der Dackel von Picasso?
Der Dackel von Pablo Picasso hieß offiziell Lump. In einigen Quellen wird er auch als Lumpi oder Lumpito bezeichnet. Der Name stammt aus dem Deutschen und bedeutet so viel wie „Lausbub“ oder „kleiner Schlingel“ – eine Bezeichnung, die gut zu seinem lebhaften und eigensinnigen Charakter passte.
Picasso und sein Dackel – eine außergewöhnliche Freundschaft
Die Beziehung zwischen Picasso und Lump entwickelte sich weit über die eines gewöhnlichen Haustiers hinaus. Besucher berichteten, dass der Dackel oft in unmittelbarer Nähe des Künstlers anzutreffen war. Während Picasso arbeitete, lag Lump im Atelier oder begleitete ihn durch das Haus. Die enge Bindung zwischen Mensch und Hund war so offensichtlich, dass sie von Freunden und Weggefährten immer wieder beschrieben wurde. In den folgenden Jahren wurde Lump zu einer festen Größe in Picassos Leben und zu einer Inspiration für zahlreiche Werke.
„Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er eine bessere Wahl hätte treffen können.“
Pablo Picasso
Welche Kunstwerke zeigen Picassos Dackel Lump?
Lump inspirierte Pablo Picasso zu einer Reihe von Werken und gilt als eines der bekanntesten Tiermodelle der Kunstgeschichte. Besonders berühmt ist seine Rolle in der Las-Meninas-Serie von 1957, in der Picasso den mächtigen Hofhund aus Diego Velázquez‘ Originalgemälde durch seinen eigenen Dackel ersetzte.
Darüber hinaus fertigte er mehrere Zeichnungen und Skizzen von Lump an, darunter die bekannte Einlinienzeichnung „Le Chien“ (Der Hund).
Auch auf Keramikarbeiten verewigte Picasso seinen vierbeinigen Begleiter – etwa auf dem berühmten Futterteller mit Lumps Porträt, den er spontan während eines gemeinsamen Mittagessens bemalte. Kaum ein anderes Tier tauchte so häufig und über einen so langen Zeitraum in Picassos Werk auf wie der kleine Dackel.
"Le Chien" (der Hund) – Picasso´s berühmte Einlinienzeichnung
„Le Chien“ („Der Hund“) zählt zu den bekanntesten Tierdarstellungen Pablo Picassos. Die minimalistische Einlinienzeichnung zeigt die charakteristische Silhouette eines Dackels, die der Künstler mit nur einer einzigen durchgehenden Linie aufs Papier brachte. Gerade diese Reduktion auf das Wesentliche macht das Werk bis heute zu einem der bekanntesten Beispiele für Picassos unverwechselbare Linienkunst.
Als Vorlage diente Lump, Picassos treuer Kurzhaardackel und langjähriger Begleiter in der Villa La Californie. Der kleine Dackel inspirierte den Künstler nicht nur zu dieser berühmten Zeichnung, sondern tauchte auch in zahlreichen weiteren Werken auf.
Der berühmte Keramikteller „Pour Lump“ – ein spontanes Geschenk von Picasso
Der Keramikteller „Pour Lump“ gehört zu den bekanntesten Erinnerungsstücken aus der Freundschaft zwischen Pablo Picasso, David Douglas Duncan und dem Dackel Lump. Am 19. April 1957 saßen Picasso, Jacqueline Roque, Duncan und Lump gemeinsam beim Mittagessen in der Villa La Californie in Cannes.
Picasso fragte Duncan während des Essens, ob Lump jemals einen eigenen Teller gehabt habe. Duncan verneinte. Daraufhin nahm Picasso kurzerhand einen Teller vom Tisch zeichnete die Silhouette des kleinen Dackels. Anschließend widmete er das Werk dem Hund mit der Aufschrift „Pour Lump“ („Für Lump“), signierte und datierte den Teller und übergab ihn seinem Freund David Douglas Duncan.
Lump in Picassos „Las Meninas“-Serie
Eines der bekanntesten Beispiele für Lumps Einfluss auf Picassos Kunst findet sich in der berühmten „Las Meninas“-Serie von 1957. Die Werkreihe basiert auf dem gleichnamigen Gemälde des spanischen Malers Diego Velázquez aus dem Jahr 1656. Während im Original ein großer Hofhund zu Füßen der Figuren liegt, ersetzte Picasso das Tier in mehreren seiner Interpretationen durch seinen eigenen Dackel Lump.
Die Gegenüberstellung zeigt eindrucksvoll, wie persönliche Erlebnisse in Picassos Kunst einflossen. Statt den ursprünglichen Mastín des Velázquez-Gemäldes zu übernehmen, integrierte er seinen langjährigen Begleiter direkt in die Szene. Damit wurde Lump nicht nur Teil von Picassos Alltag, sondern auch Teil eines der bedeutendsten Kunstprojekte seines Spätwerks.
Das letzte Kapitel von Picasso und Lump
Am 29. März 1973 starb Lump im Alter von 17 Jahren. Der kleine Kurzhaardackel hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen festen Platz in der Kunstgeschichte eingenommen – als treuer Begleiter Pablo Picassos, als Modell zahlreicher Werke und als Hund, der wie kaum ein anderes Tier mit einem berühmten Künstler verbunden wurde.
Nur zehn Tage später, am 8. April 1973, starb auch Pablo Picasso im Alter von 91 Jahren. Die zeitliche Nähe der beiden Todesfälle hat bis heute viele Menschen berührt und zur besonderen Legende von Picasso und Lump beigetragen. Zwar gibt es keinen Beleg dafür, dass die Ereignisse miteinander in Zusammenhang standen, doch für viele Bewunderer symbolisiert dieser Abschied die außergewöhnliche Verbundenheit zwischen Künstler und Hund.
Das Buch „Lump: The Dog Who Ate a Picasso“
Wer mehr über die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Pablo Picasso und seinem Dackel Lump erfahren möchte, kommt an David Douglas Duncans Buch Lump: The Dog Who Ate a Picasso kaum vorbei. Der Fotograf war nicht nur Lumps ursprünglicher Besitzer, sondern über viele Jahre auch einer der engsten Freunde Picassos.
Das 2006 bei Thames & Hudson erschienene Buch umfasst rund 100 Seiten mit 89 Schwarz-Weiß-Fotografien und zahlreichen Farbreproduktionen. Die Aufnahmen entstanden überwiegend in der Villa La Californie in Cannes und zeigen Picasso und Lump in vielen privaten Momenten – beim Arbeiten, Spielen, Ruhen oder während gemeinsamer Mahlzeiten.
Besonders spannend ist die Perspektive des Autors: Duncan erlebte die Geschichte von Anfang an selbst. Er war dabei, als Lump 1957 erstmals Picasso begegnete, dokumentierte die folgenden Jahre mit seiner Kamera und hielt zahlreiche Episoden fest, die später Teil der Kunstgeschichte wurden.
Wo kann man Picassos Dackel Lump heute entdecken?
Wer Picassos Dackel Lump heute entdecken möchte, findet seine bekanntesten Darstellungen an verschiedenen Orten. Die berühmte Werkreihe „Las Meninas“ aus dem Jahr 1957 befindet sich im Museu Picasso in Barcelona, wo mehrere Varianten mit dem Dackel besichtigt werden können.
Der von Picasso bemalte Lump-Teller wird heute im Harry Ransom Center der University of Texas in Austin aufbewahrt. Dort befinden sich außerdem zahlreiche Fotografien und Dokumente aus dem Umfeld von David Douglas Duncan und Pablo Picasso.
Auch viele Fotografien von Picasso und Lump, die David Douglas Duncan über Jahre hinweg aufnahm, sind bis heute in Sammlungen, Archiven und Sonderausstellungen erhalten geblieben. Sie gehören zu den wichtigsten Bildzeugnissen der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Künstler und seinem Dackel.