Max Liebermann und seine Dackel Männe, Michel & Nicki
Drei Dackel prägten das Leben des Malers Max Liebermann: Männe, Michel und Nicki. Sie lebten mit ihm in seinem Berliner Stadthaus und in der berühmten Villa am Wannsee, begleiteten ihn durch den Alltag und tauchten immer wieder in seinen Zeichnungen, Lithografien und Gemälden auf. Kaum ein anderer deutscher Künstler hat seine Hunde so häufig festgehalten wie Liebermann.
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- Kultur
Die Dackel Männe, Michel und Nicki im Hause Liebermann
Im Laufe seines Lebens teilte Max Liebermann sein Zuhause mit mehreren Dackeln. Die Hunde waren weit mehr als bloße Haustiere – sie gehörten zum festen Alltag der Familie und begleiteten den Künstler über viele Jahre hinweg. Ob im Berliner Stadthaus oder in der berühmten Villa am Wannsee. Die Dackel waren fast immer in seiner Nähe und wurden zu vertrauten Begleitern seines täglichen Lebens.
Zahlreiche Fotografien zeigen die enge Verbindung zwischen Künstler und Vierbeinern und geben einen persönlichen Einblick in das Familienleben der Liebermanns.
Liebermann´s Dackel hießen Männe, Michel und Nicki. Jeder der drei Hunde hatte seinen Platz im Hause Liebermann und prägte den Alltag der Familie auf eigene Weise. Besonders Männe wurde über die Jahre zu einem kleinen Stück Kunstgeschichte, doch auch Michel und Nicki gehörten zu den treuen Begleitern des Malers.
Die enge Verbindung zwischen Künstler und Hunden spiegelt sich auch in Liebermanns Werken wider. Anders als viele Künstler seiner Zeit zeigte er die Tiere nicht als Jagdhunde oder Statussymbole, sondern als vertraute Familienmitglieder. Dadurch vermitteln seine Dackeldarstellungen bis heute eine besondere Nähe, Ruhe und Vertrautheit.
Männe – Liebermanns bekanntester Dackel
Männe gilt heute als der bekannteste Dackel von Max Liebermann. Der kleine Hund begleitete den Künstler über viele Jahre hinweg und ist auf zahlreichen Fotografien gemeinsam mit ihm zu sehen. Ob im Garten der Villa am Wannsee, auf der Terrasse oder im Kreis der Familie – Männe war ein ständiger Begleiter im Alltag des Malers.
Bis heute wird Männe häufig mit einem bekannten Ausspruch Liebermanns in Verbindung gebracht. Als ein Journalist von der ungewöhnlichen Freundlichkeit seines Dackels überrascht war, soll der Künstler geantwortet haben:
„Wenn mein Hund so freundlich zu Ihnen ist, muß ich es wohl auch sein.“
Max Liebermann zu einem Journalisten
Die Anekdote zeigt nicht nur Liebermanns feinen Humor, sondern auch die besondere Wertschätzung, die er seinen Hunden entgegenbrachte. Männe war weit mehr als ein Haustier – er war ein treuer Gefährte, der den Alltag des Künstlers über viele Jahre begleitete und bis heute als einer der bekanntesten Dackel der deutschen Kunstgeschichte gilt.
Die Dackel Michel und Nicki
Neben Männe lebten auch die Dackel Michel und Nicki bei der Familie Liebermann. Obwohl heute deutlich weniger über sie bekannt ist als über ihren berühmten Artgenossen, gehörten auch sie ebenso über viele Jahre zum engsten Familienkreis.
Besonders interessant ist Michel für Kunsthistoriker, da er möglicherweise auf einem der bekanntesten Dackelmotive Max Liebermanns verewigt wurde. Ein Hinweis darauf findet sich im Kunstkatalog von Le Claire Kunst „Max Liebermann – Zeichnungen und Druckgraphik“. Dort wird der Hund auf der Lithografie „Dackel im Lehnstuhl“ aus dem Jahr 1914 als „der schwarze Michel“ bezeichnet. Liebermann griff das Motiv offenbar ein Jahr später erneut für sein Gemälde „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“ auf, das heute zu seinen bekanntesten Hundedarstellungen zählt.
Ob Michel tatsächlich der Dackel auf dem berühmten Gemälde „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“ ist, lässt sich heute nicht mehr mit letzter Sicherheit belegen. Die Zuschreibung zeigt jedoch, wie eng die Geschichte der Liebermann-Dackel mit einigen der bekanntesten Werke des Künstlers verbunden ist.
Dackel als Motiv in Liebermanns Kunst
Die Hunde waren für Max Liebermann nicht nur treue Begleiter, sondern auch eine Inspirationsquelle. Immer wieder hielt er seine Dackel in Zeichnungen, Grafiken und Gemälden fest. Anders als viele Künstler seiner Zeit zeigte er die Tiere nicht als Jagdhunde oder Statussymbole, sondern als vertraute Familienmitglieder in ruhigen Alltagssituationen.
Zu den bekanntesten Werken gehört das Gemälde „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“ aus dem Jahr 1915. Das Bild zeigt einen friedlich schlafenden Dackel auf einem hellen Sessel und vermittelt eine besondere Ruhe und Geborgenheit.
In diesem Familienporträt zeigt Max Liebermann seine Enkelin gemeinsam mit einem Dackel im Lehnstuhl. Das Werk verbindet familiäre Geborgenheit mit der engen Beziehung des Künstlers zu seinen Hunden und gehört zu seinen bekanntesten Dackeldarstellungen.
Mit seinen „Teckelstudien“ widmete Liebermann den Dackeln sogar eine eigene Werkreihe. Die Lithografien zeigen verschiedene Haltungen und Bewegungen der Hunde und verdeutlichen, wie aufmerksam der Künstler seine vierbeinigen Begleiter beobachtete.
Frieda – der Dackel von Martha Liebermann
Frieda war die Dackelhündin von Martha Liebermann und gehörte zu den letzten treuen Begleitern der Familie in den schwierigen Jahren des Nationalsozialismus. Die kleine Hündin lebte mit Martha Liebermann in Berlin und wurde später durch den Film „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ einem größeren Publikum bekannt.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Frieda durch eine Szene, die auf überlieferten Berichten basiert: Als ein Gestapo-Mann die Wohnung betritt, beißt die Dackelhündin ihm in die Wade. Martha Liebermann soll daraufhin gesagt haben:
„Wie kommen Sie dazu, diesen Hund wie einen Juden zu behandeln? Er ist wahrscheinlich reinrassiger als Sie.“
Martha Liebermann zu einem Gestapo-Mann
Ob das Zitat genau in dieser Form gefallen ist, lässt sich heute nicht mehr eindeutig belegen. Die Geschichte steht jedoch sinnbildlich für den Mut und die Haltung Martha Liebermanns in einer Zeit der Verfolgung und Entrechtung.
Bis heute erinnert Frieda an die enge Verbindung der Familie Liebermann zu ihren Dackeln. Während Max Liebermann seine Hunde immer wieder in Zeichnungen, Lithografien und Gemälden verewigte, wurde Frieda zu einem Symbol für Treue, Würde und stillen Widerstand in den letzten Lebensjahren der Familie.
Wo kann man Liebermanns Dackel heute entdecken?
Wer mehr über Max Liebermann und seine Dackel erfahren möchte, findet in der Liebermann-Villa am Wannsee einen der wichtigsten Erinnerungsorte des Künstlers. Das ehemalige Sommerhaus vermittelt einen Eindruck vom Leben der Familie und von den Orten, an denen auch Männe, Michel und Nicki ihren Alltag verbrachten. Darüber hinaus werden dort regelmäßig Werke und Dokumente aus dem Umfeld Liebermanns gezeigt.
Zu den bekanntesten Dackeldarstellungen des Künstlers zählt das Gemälde „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“ aus dem Jahr 1915. Das Werk befindet sich heute im Lentos Kunstmuseum Linz in Österreich.
Auch Liebermanns Lithografien und Zeichnungen mit Dackelmotiven – darunter die berühmten „Teckelstudien“ – sind bis heute in Museen, Sammlungen und Sonderausstellungen vertreten. Sie zeigen, wie aufmerksam der Künstler seine vierbeinigen Begleiter beobachtete und warum seine Dackel bis heute zu den bekanntesten Hunden der deutschen Kunstgeschichte zählen.
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